Das Jagdjahr verlangt vom Jäger weit mehr als nur die eigentliche Jagd. Hege, Pflege, Planung und handwerkliche Arbeiten im Revier bestimmen den Alltag und machen einen großen Teil der Verantwortung aus. Ein erfolgreicher und nachhaltiger Jagdbetrieb erfordert, dass der Jäger das ganze Jahr über aktiv ist, den Wildbestand genau beobachtet und die anstehenden Arbeiten konsequent erledigt.
Dazu gehört die sorgfältige Vorbereitung der Äsungsflächen, die Instandhaltung von Hochsitzen und Pirschwegen, die Kontrolle von Fütterungen, Salzleckstellen und Suhlen sowie die Zusammenarbeit mit Landwirten und Hegegemeinschaften. Nur wer all diese Aspekte berücksichtigt, kann eine gesunde Wildpopulation erhalten, Schäden im Revier minimieren und gleichzeitig sichere und effektive Jagdmöglichkeiten schaffen.
Eine praktische Zusammenfassung aller Aufgaben finden Sie in unserer Checkliste weiter oben auf der Seite zum Download. Ergänzend dazu haben wir eine aktuelle Checkliste der Landesjägerschaft Niedersachsen für das kommende Frühjahr zusammengestellt, die ebenfalls zum Download bereitsteht und Ihnen eine zusätzliche Orientierung für die anstehenden Arbeiten im Revier bietet.
Januar: Raubwildbejagung und konsequente Winterhege
Im Januar liegt der Schwerpunkt auf der Fuchsjagd während der Ranzzeit und der intensiven Bejagung von Schwarzwild, besonders bei Schnee oder an Kirrungen. Gleichzeitig fallen im Revier wichtige Aufgaben an: Kirrungen müssen regelmäßig kontrolliert und beschickt, Salzlecken überprüft und Luderplätze täglich betreut werden. Dabei hat die Ruhe im Revier oberste Priorität, um unnötige Störungen zu vermeiden. Maßnahmen wie Prossholzfütterung werden nur in Notzeiten eingesetzt.
Die Fuchsjagd ist insbesondere zur Bekämpfung von Bandwurm, Räude und Tollwut unerlässlich. Mit Beginn der Ranzzeit bietet sich die beste Gelegenheit, den Fuchsbestand zu regulieren. Ein Besatz von etwa einem Fuchs pro 500 Hektar ist sinnvoll, um Infektionsdruck und Beutegreiferdruck auf Niederwild und Bodenbrüter zu reduzieren. Die Jagd in Kunstbauten gestaltet sich einfacher als in Naturbauten, da keine Verklüftungen oder Steigröhren die Hunde gefährden.
Auch die Schwarzwildjagd über Kirrungen spielt jetzt eine wichtige Rolle. Im Januar stehen Wildfutter und Mast im Wald selten zur Verfügung, sodass die Tiere die angelegten Kirrungen verstärkt annehmen. Dennoch ist die Jagd anspruchsvoll: Das Schwarzwild ist sehr lernfähig, und hohe Bestände machen es vorsichtig. Die Platzierung der Kirrung sollte Windrichtung, Hindernisse wie Bäche oder Zäune und Sichtlinien berücksichtigen. Ansitze sollten vorzugsweise südlich der Kirrung liegen, um Mondlicht optimal zu nutzen und Blendungen im Zielfernrohr zu vermeiden. Alternativ kann bei bekannten Bewegungszeiten ein vorsichtiges Anpirschen in der Nacht erfolgreich sein.
Februar: Hege fortführen und Verwaltung erledigen
Im Februar steht die Winterhege im Vordergrund. Fütterungen werden kontrolliert und bei Bedarf ergänzt, Mineralstoffe und Salzlecksteine angeboten, um den erhöhten Bedarf des Schalenwildes während der Geweih- und Gehörnbildung zu decken. Topinambur, Silage oder Obstbaumschnitt dienen als zusätzliche Nahrungsquellen, während regelmäßige Kontrollgänge das Revier im Blick behalten.
Jagdliche Maßnahmen unterstützen die Hege und den Schutz des Niederwildes. Die Bejagung von Raubwild kann durch Ansitz- oder Fallenjagd erfolgen, Luderplätze werden sparsam bestückt und bei Annahme regelmäßig erneuert.
Bei Vollmond oder Schnee ist eine gezielte Schwarzwildbejagung auf Frischlinge und Überläufer sinnvoll, wobei einzeln ziehende Sauen möglichst verschont bleiben.
In Rotwildgebieten kann bereits mit dem Suchen und Bewerten von Abwurfstangen begonnen werden, und Trophäen lassen sich für bevorstehende Hegeschauen vorbereiten.
Weitere Revierarbeiten umfassen die Einlagerung mobiler Einrichtungen von Drückjagden an trockenen Orten sowie erste Planungen für Wildäcker und Grünflächen. Sind die Witterungsbedingungen günstig, können Kalkmaßnahmen erfolgen, um die Böden für die kommende Vegetationsperiode vorzubereiten.
Jagdschein verlängern!
Denken Sie daran, Ihren Jagdschein rechtzeitig zu verlängern. Auch die Abgabe und der Abschluss des Gruppenabschussplanes sowie die Beantragung eines neuen Abschussplanes sollten fristgerecht erfolgen. In einigen Bundesländern sind zusätzlich Wild- und Jagdstatistiken abzuschließen.
März: Revier instand setzen und vorbereiten
Im März beginnt die praktische Revierarbeit, während die eigentliche Jagd noch in den Hintergrund tritt. Hochsitze werden auf Sicherheit geprüft und repariert, Schussfelder und Pirschwege freigeschnitten, Suhlen gereinigt und instand gesetzt. Nistkästen werden gesäubert und neue aufgehängt, Salzlecken kontrolliert und erneuert. Wildäcker werden geplant und Flächen vorbereitet, während Müll aus dem Revier entfernt wird.
Besondere Rücksicht ist auf die Aufzucht der Jungtiere zu nehmen. Erste Junghasen, Steinmarder, Dachse, Muffelwild und andere Feld- und Waldbewohner bekommen jetzt Nachwuchs, sodass unnötige Störungen vermieden werden sollten. Hunde sind im Revier möglichst „bei Fuß“ oder an der Leine zu führen.
Wildäcker und Äsungsflächen werden angelegt und auf die Bedürfnisse der jeweiligen Wildart abgestimmt, wobei Bodenbeschaffenheit und Saatgut sorgfältig gewählt werden. Jagdlich aktiv ist der März nur begrenzt: Frischlinge, Überläufer und Füchse werden bejagt, Raubwild überwiegend mit der Falle.
Zum Abschluss empfiehlt sich eine gründliche Kontrolle der Jagdausrüstung, Reinigung von Gewehr, Optik und Messer sowie das Bestücken des Rucksacks, um vorbereitet in die Bockjagd zu starten.
April: Beobachtung, Wildschadensschutz und Beginn der Bockjagd
Im April steht die Beobachtung des Wildes im Vordergrund. Wildzählungen und die Altersbestimmung der Böcke sind jetzt gut möglich, da Haarwechsel, Verfegung und Revierverhalten wichtige Hinweise auf Alter und Gesundheitszustand geben.
In vielen Bundesländern beginnt bereits die Bockjagd. Hochsitze müssen freigeschnitten und überprüft, Pirschwege gesäubert und Salzlecken ausgebracht werden, um sichere Ansitze zu gewährleisten. Gleichzeitig werden mit Landwirten Schutzmaßnahmen gegen Wildschäden besprochen. Dazu zählen Elektrozäune, Ablenkkirrungen, Saatstreifen am Waldrand und die Bestellung von Wildäckern. Bei der Wildackerbewirtschaftung ist auf eine ausgewogene Boden- und Nährstoffversorgung zu achten.
Parallel dazu beginnt bereits die Vorbereitung der Jungwildrettung für die anstehende Mahdsaison. Einsätze sollten frühzeitig geplant und Helfer angefragt werden. Der Einsatz technischer Hilfsmittel erfordert ebenfalls Vorbereitung: Drohnen auf den aktuellen Stand bringen, notwendige Updates laden sowie Akkus überprüfen und den Versicherungsschutz klären. Auch das benötigte Material wie Körbe, Kescher, Planen und Taschenlampen ist rechtzeitig zu kontrollieren und einsatzbereit vorzuhalten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, aktuelle Fördermöglichkeiten für die Jungwildrettung zu prüfen und gegebenenfalls zu beantragen.
Mai: Bockjagd und intensive Revierpflege
Der Mai ist ein entscheidender Monat für Jagd, Hege und Revierpflege. Zunächst sollten Rehwildbestände regelmäßig beobachtet werden, um den Abschuss gezielt zu planen. Dabei ist es wichtig, den Alters- und Gesundheitszustand der Böcke zu bestimmen, beispielsweise anhand von Gehörn, Haarkleid oder Verhalten, und die wildschadengefährdeten Flächen zu erkennen, um rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen.
Hegearbeiten im Mai beinhalten die Bestellung und Pflege der Äsungsflächen, etwa durch Aussaat von Wildackersaat, Aufkalkung bei niedrigem pH-Wert oder Ausbringen von Gründüngung. Schäden im Grünland durch Wild sollten repariert werden, sei es durch Nachsaat, Walzen oder eine komplette Neuansaat. Winteräsungsflächen werden während des Sommers schwarz gehalten, und wiederholt schadengefährdete Flächen können mit einem Wildzaun geschützt werden.
Die Kitzrettung spielt im Mai eine besondere Rolle, da die Setzzeit der Kitze beginnt. Eine enge Zusammenarbeit mit Landwirten ist notwendig, um Mahdschäden zu vermeiden. Kitze dürfen nicht mit bloßen Händen angefasst werden; Einmalhandschuhe sowie Gras, Decken oder Planen sollten genutzt werden, um die Jungtiere vorsichtig zu bergen und ungestört an den ursprünglichen Platz zurückzusetzen.
Während der Jagdzeit werden gezielt Jährlinge und Schmalrehe bejagt, gleichzeitig lassen sich beim Ansitz oft auch Jungfüchse oder Rot- und Damwildjährlinge beobachten. Auch die Planung der Wildbretvermarktung kann bereits erfolgen.
Neben Jagd und Hege spielt im Mai auch die Öffentlichkeitsarbeit eine wichtige Rolle. Ferienpassaktionen werden geplant, Einsätze mit dem Lernort-Natur-Mobil durchgeführt und Nistkästen für Vögel gebaut, um Natur- und Umweltbildung aktiv zu fördern.
Abschließend ist es wichtig, alle Beobachtungen, Abschüsse und Wildschäden zu dokumentieren, um Maßnahmen für die kommenden Sommer- und Herbstmonate vorzubereiten, etwa die Anlage von Biotopen, Wasserstellen oder zusätzlichen Zaunanlagen. Durch diese umfassende Arbeit im Mai wird die Grundlage für ein gesundes und ausgeglichenes Revier gelegt.
Drückjagdvorbereitung
Außerdem sollte jetzt bereits mit der Planung der Drückjagd begonnen werden. Eine frühzeitige Organisation erleichtert den späteren Ablauf erheblich.
Juni: Pflegearbeiten und vorsichtige Jagdausübung
Der Juni ist geprägt von Revierpflege und Rücksicht auf die Setz- und Brutzeit. Auf Wildäckern stehen Pflegearbeiten wie Nachsaat, Düngung oder mechanische Bearbeitung im Vordergrund, um eine gute Äsungsgrundlage zu sichern.
Besondere Bedeutung hat die Kitzrettung vor der Mahd landwirtschaftlicher Flächen. In enger Zusammenarbeit mit Landwirten werden Wiesen vor dem Mähen abgesucht oder mit technischen Hilfsmitteln kontrolliert, um Jungwildverluste zu vermeiden.
Die Jagd selbst tritt in den Hintergrund, stattdessen stehen Beobachtung, Wildruhe und Revierkontrollen im Fokus. Einrichtungen wie Hochsitze werden instand gehalten und freigeschnitten.
Jungfüchse lassen sich auf frisch gemähten Wiesen gut bejagen.
Wichtige Hegearbeiten umfassen die Kontrolle von Salzlecken und Suhlen sowie das Freihalten von Hochsitzen und Pirschwegen. Suhlen werden von Unrat befreit und bei Bedarf mit Wasser aufgefüllt. Das Geweih von Rot- und Damwild befindet sich im Bast, daher ist die Versorgung mit Salz und Mineralien besonders wichtig.
Erlegtes Wild sollte bei sommerlichen Temperaturen schnell aufgebrochen und gekühlt werden, um die Qualität des Wildbrets zu sichern. Das Lüften direkt am Anschuss unterstützt das schnelle Auskühlen.
Juli: Vorbereitung der Blattjagd und Revierpflege
Im Juli steht die Vorbereitung der Blattjagd im Vordergrund. Pirschwege, Hochsitze und Erdsitze werden freigeschnitten und instand gesetzt, um optimale Sicht- und Bewegungsmöglichkeiten zu schaffen. Schirme und einfache Drückjagdböcke sollten rechtzeitig aufgebaut werden, um das Wild nicht zu stören. Gleichzeitig können Schäden an Reviereinrichtungen repariert und Wildwiesen bei Bedarf gemulcht werden.
Die Bockjagd beginnt Mitte Juli, während die Feistzeit des Rothirsches andauert. Schmaltier und Schmalspießer dürfen ab dem 1. Juli bejagt werden, hier ist Ruhe und umsichtiges Handeln im Revier entscheidend. Bei Dachs und Marder beginnt die Ranzzeit, und die Bejagung von Raubwild bleibt wichtig zum Schutz von Bodenbrütern und Jungwild.
Zur Revierpflege gehören zudem die Kontrolle und Pflege von Salzlecken und Wasserstellen, das Freihalten von Pirschwegen sowie die eventuelle zweite Mahd für Heu und Silage. Das Üben mit dem Blatter sowie das Kirren an Fangplätzen bereitet die Jagd auf den Bock optimal vor.
Durch diese Arbeiten wird das Revier nicht nur gut instand gehalten, sondern Wild und Infrastruktur optimal auf die Blattzeit vorbereitet.
August: Anspruchsvolle Jagd und Vorbereitung auf Herbst und Winter
Im August beginnt die Jagd auf Rotwild, insbesondere auf die feisten Hirsche vor der Brunft. Die Tiere benötigen in dieser Zeit viel Ruhe und Energie, um sich Fettreserven für die anstrengende Brunft anzufressen, was die Jagd anspruchsvoll macht. Gleichzeitig beginnt die Blattjagd auf Rehböcke sowie die Jagd auf Muffel- und Gamswild.
Die Schwarzwildbejagung auf Mais-, Raps- und Getreideflächen ist ein weiterer Schwerpunkt. Frischlinge und Überläufer sollten gezielt bejagt werden, um Wildschäden an den reifen Feldfrüchten zu minimieren. Auch die Raubwildbejagung auf Füchse, Marder und Waschbären wird konsequent fortgeführt, ebenso wie die Bejagung von Elstern und Rabenkrähen zum Schutz von Bodenbrütern und Singvögeln.
Zur Hege und Revierpflege gehören das Ausbringen von Dreschabfällen für Bodenbrüter wie Fasan und Rebhuhn, die Kontrolle von Suhlen, Wasserstellen und Salzlecken sowie die Pflege von Wildwiesen nach der letzten Mahd. Zwischenfrüchte werden für Äsung und Deckung ausgesät und Stoppelbrachen bleiben stehen, um Schutz und Nahrung für Wildtiere zu bieten. Auch das Ankirren von Enten und das Herrichten von Schirmen für die Entenjagd kann bereits erfolgen.
Durch die Kombination von gezielter Jagd, Hege und Revierpflege bereitet der August das Wild optimal auf die Herbst- und Winterzeit vor und legt die Grundlage für erfolgreiche Drückjagden und eine nachhaltige Wildbewirtschaftung.
September: Brunft, Abschuss und Organisation
Der September bringt die Rotwildbrunft und damit gute Jagdmöglichkeiten. Der Abschussplan wird weiter umgesetzt.
Revierarbeiten umfassen das Freischneiden von Einrichtungen, das Beschicken von Luderplätzen und die Vorbereitung von Drückjagden. Zudem wird Winterfutter gesammelt und eingelagert. Auch Organisation und die Abstimmung mit Jagdhelfern gewinnen zunehmend an Bedeutung.
Besondere Aufmerksamkeit verdienen die Erntejagden: In enger Zusammenarbeit mit Landwirten, insbesondere bei der Ernte von Raps, Getreide und vor allem Mais, ergeben sich gute Möglichkeiten zur Bejagung von Schwarzwild. Dabei ist stets auf die strikte Einhaltung der Sicherheitsvorgaben der SVLFG zu achten.
Oktober: Drückjagden vorbereiten, Damwildbrunft und Revierpflege
Der Oktober markiert den Beginn der intensiven Phase der Gesellschafts- und Drückjagden. Hochsitze und Drückjagdböcke werden überprüft, freigeschnitten und für die Jagd vorbereitet. Gleichzeitig organisiert der Jäger Teilnehmer, kontrolliert Luderplätze, beschickt Kirrungen und pflegt Wintervorräte, um das Wild gut durch die bevorstehende kalte Jahreszeit zu bringen.
Die Damwildbrunft erreicht in der zweiten Oktoberhälfte ihren Höhepunkt. Hirsche rufen vor allem morgens und abends, während das Kahlwild die traditionellen Brunftplätze aufsucht. Die Brunftaktivitäten sind ein wichtiges Beobachtungsfeld für den Abschussplan und die Revierpflege.
Neben der Jagd auf Schalenwild liegt der Fokus auf der Raubwildbejagung. Luderplätze werden für Füchse beschickt, gezielt Dachs, Marderhund und Waschbär bejagt; ab Mitte Oktober auch Baum- und Steinmarder. Gleichzeitig werden weibliche Stücke beim Rehwild entsprechend dem Abschussplan bejagt.
Wichtige Revierarbeiten im Oktober umfassen das Schätzen von Wildschäden, das Einlagern von Eicheln, Kastanien und Saftfutter, die Kontrolle und Auffüllung von Salzlecken sowie die Planung von Anpflanzungen für das nächste Jagdjahr. Bei Drückjagden sind neben der Jagdausrüstung auch die Sicherheit der Teilnehmer, die Hundearbeit, Sicht- und Schussfelder sowie die Einhaltung aller Hygienevorschriften für Wildbret zentrale Aufgaben.
November: Revierpflege, Schwarzwildbejagung und Drückjagden
Im November stehen die Versorgung des Wildes sowie die intensive Bejagung im Vordergrund. Früh angelegte Wildäcker können dem Schalenwild zusätzliche Äsung bieten, während Kirrungen und Fütterungseinrichtungen – sofern gesetzlich zulässig – regelmäßig kontrolliert und beschickt werden. Ziel ist es, das Wild in der kargen Jahreszeit zu lenken und unnötigen Stress zu vermeiden.
Gleichzeitig ist der November ein zentraler Monat für die Jagdpraxis: Die Schwarzwildbejagung wird intensiviert, Kirrungen werden aktiv genutzt und der Abschussplan konsequent weiter erfüllt. Zudem beginnt die Zeit der Gesellschaftsjagden, an denen viele Reviere teilnehmen.
Auch Revierarbeiten fallen an, jedoch in praxisüblichem Rahmen: Hochsitze werden freigeschnitten und kontrolliert, um sichere Ansitze zu gewährleisten.
Im forstlichen Bereich kann eine enge Abstimmung mit Waldbesitzern und Förstern sinnvoll sein – etwa bei anstehenden Pflanzungen. Hier können frühzeitig Maßnahmen wie das Anlegen von Schuss- oder Sichtschneisen berücksichtigt werden, um Wildschäden zu reduzieren und eine effektive Bejagung zu ermöglichen.
Gleichzeitig ist die Vermarktung des Wildbrets ein wichtiger Bestandteil der Novemberarbeiten, da die Nachfrage in der Vorweihnachtszeit deutlich steigt.
Dezember: Winterjagd, Drückjagden und Revierpflege
Im Dezember stehen weiterhin Revierkontrollen und die laufende Jagd im Vordergrund. Kirrungen sowie Luder- und Fangplätze werden regelmäßig kontrolliert und beschickt, um die Bejagung effektiv zu gestalten. Gesellschaftsjagden prägen vielerorts weiterhin das Reviergeschehen.
Die Wildbretvermarktung erreicht mit Blick auf die Weihnachtszeit ihren Höhepunkt, da die Nachfrage nach frischem Wildbret in dieser Zeit besonders hoch ist.
Das Jagdjahr befindet sich in seiner entscheidenden Phase: Der Abschussplan wird weiter konsequent verfolgt, während gleichzeitig auf eine angepasste und verantwortungsvolle Bejagung geachtet wird.
Ganzjähriger Einsatz für nachhaltige Jagd
Ein erfolgreiches Jagdjahr besteht weit mehr als aus einzelnen Jagdtagen. Es erfordert kontinuierliche Arbeit im Revier, von der Winterhege über Frühjahrsplanung bis zu Drückjagden im Herbst. Nur wer Bestände beobachtet, Abschusspläne verantwortungsvoll umsetzt und Wildschäden vermeidet, trägt zur Erhaltung gesunder Wildpopulationen bei.
Gleichzeitig sind handwerkliche Aufgaben wie Pflege von Hochsitzen, Pirschwegen, Suhlen und Salzlecken sowie die Zusammenarbeit mit Landwirten und Jagdhelfern unerlässlich. Ethik und Nachhaltigkeit zeigen sich besonders in Kitzrettungen, Rücksicht während der Aufzuchtzeiten und der Förderung von Lebensräumen.
Letztlich ist Jagd ein ganzjähriger Prozess aus Planung, Pflege, Beobachtung und verantwortlichem Handeln. Wer diese Aufgaben konsequent verfolgt, schafft die Grundlage für gesunde Wildbestände, waidgerechten Jagderfolg und ein funktionierendes, naturnahes Revier.